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++ Nach Steinwurf auf Synagoge: Politik und Kirchenvertreter entsetzt ++

Nachdem am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur offenbar ein Fenster der Synagoge an der Haeckelstraße im Stadtteil Bult eingeworfen wurde, ermittelt nun der Staatsschutz. Kirchenvertreter und Politiker zeigten sich nach dem Vorfall entsetzt.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius verwies auf die laufenden Ermittlungen. Sollte es sich bestätigen, dass das Fenster eingeworfen wurde, so sei dies keine bloße Sachbeschädigung. Er verurteile und verabscheue derartige Taten, die ausschließlich zum Ziel hätten, Menschen zu verängstigen und einzuschüchtern, und ihnen sogar Gewalt anzutun, so der Innenminister. Jede Form der Gewalt gegen jüdisches Leben sei ein Anschlag auf unsere freiheitliche, offene und solidarische Gesellschaft in Niedersachsen.

Justizministerin Barbara Havliza sprach von einem erschütternden Angriff. Es gehe hier um einen Eingriff in den sensibelsten Kern der Religionsausübung. Die Tat sei ein hässliches Zeichen für den zunehmenden Antisemitismus in unserem Land.

Ralf Meister, Landesbischof der evangelischen Landeskirche Hannover, sagte, es sei unerträglich, dass Jüdinnen und Juden bei der Ausübung ihrer religiösen Praxis bedroht würden. Der Steinwurf auf die Synagoge entsetze und beschäme ihn zutiefst.

Nach bisherigen Ermittlungserkenntnissen wurde am Mittwochabend eine Scheibe der Synagoge an der Haeckelstraße eingeworfen. Zu diesem Zeitpunkt fand ein Gottesdienst mit gut 150 Menschen statt, die den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur feierten. Verletzt wurde niemand. Die Gottesdienstbesucher hätten gegen 19 Uhr einen Schlag und ein Klirren an einem Fenster an der Frauenempore gehört, sagte der Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, Michael Fürst. Etwa in dortiger Kopfhöhe sei ein Gegenstand eingeschlagen. Im Fenster klaffte ein Loch in der Größe eines DIN A4-Blattes. Nach dem Vorfall ermittelt nun der Staatsschutz. Bisher sind keine Angaben zu möglichen Tätern, einem Motiv oder dem Tathergang bekannt. Laut Polizei werde mit Hochdruck in alle Richtungen ermittelt.